SPD in Baden-Württemberg stürzt auf 5,5 Prozent, Auswertung zeigt Einbruch bei Arbeiterwählern

SPD in Baden-Württemberg stürzt auf 5,5 Prozent, Auswertung zeigt Einbruch bei Arbeiterwählern
SPD verliert Arbeiterbasis

Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg steht die SPD-Führung unter Druck, eine Auswertung von Infratest dimap verweist dabei auf einen besonders drastischen Trend: Die Partei verliert im Südwesten weiter Rückhalt in der klassischen Arbeiterschaft. Das Ergebnis von 5,5 Prozent bedeutet für die Sozialdemokraten nur einen knappen Wiedereinzug in den Landtag und verschärft die Debatte über Zielgruppen, Themen und Mobilisierung. Auch im Vergleich zu früheren Wahljahren zeigt die Analyse einen deutlichen Strukturwandel im Wählerprofil.

Höhepunkte

  • Die SPD erreichte bei der Wahl in Baden-Württemberg am Sonntag nur 5,5 Prozent und lag damit knapp über der Landtagseinzugsschwelle.
  • Der Anteil der SPD-Wähler unter Arbeitern halbierte sich gegenüber 2021 auf noch fünf Prozent, während die AfD in dieser Gruppe 37 Prozent erreichte.
  • SPD-Co-Vorsitzende Bärbel Bas nannte das Ergebnis einen ‚sehr bitteren Wahlabend‘ und betonte, die Themen der Partei seien nicht durchgedrungen.

Wahlergebnis und Wählerstruktur im Südwesten

Die SPD erreichte bei der Wahl in Baden-Württemberg nur 5,5 Prozent und zog damit lediglich haarscharf wieder in den Landtag ein, wie BILD berichtet. Besonders alarmierend für die Parteispitze ist laut Infratest dimap die schwache Unterstützung durch Arbeiterinnen und Arbeiter. Demnach stimmten am Sonntag nur noch fünf Prozent der Arbeiter im Südwesten für die SPD. Damit liegt die SPD in dieser Gruppe auf dem Niveau der FDP, die ebenfalls auf fünf Prozent kommt.

Langfristiger Rückgang und Verschiebungen zu anderen Parteien

Die Auswertung zeigt, dass sich der Anteil der SPD-Wähler unter Arbeitern binnen fünf Jahren halbiert hat. 2021 hätten noch zehn Prozent der Arbeiter die SPD gewählt, 2001 seien es 32 Prozent gewesen. Infratest dimap sieht zugleich die AfD als stärkste Kraft in dieser Wählergruppe, mehr als jeder dritte Arbeiter (37 Prozent) habe für sie votiert. INSA-Chef Hermann Binkert wird mit der Einschätzung zitiert, die AfD speise sich aus früheren Nichtwählern sowie aus früheren CDU- und SPD-Wählern, der Direktwahlsieg in einem Mannheimer Wahlkreis unterstreiche das.

Reaktionen der SPD-Spitze und Einordnung

SPD-Co-Parteichefin Bärbel Bas sprach in der ARD von einem „sehr bitteren Wahlabend“. Die Partei sei mit ihren Themen „nicht durchgedrungen“, sagte Bas. Im Text wird das Ergebnis als historisches Debakel beschrieben und mit anderen Ländern verglichen. Als Referenz wird Thüringen genannt, wo die SPD 2024 noch über sechs Prozent erzielt habe.

Wir berichteten zuvor über den drohenden Absturz der SPD bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg und die Gefahr, an der 5‑Prozent‑Hürde zu scheitern. Im Fokus standen zudem die unmittelbaren Folgen des Wahlabends, darunter der angekündigte Rücktritt von Andreas Stoch sowie die These, dass taktische Wähler zur Stärkung der Grünen von der SPD abgewandert seien. Außerdem ordneten wir das mögliche historische Tief mit Verweisen auf frühere SPD-Ergebnisse, etwa in Thüringen, ein.

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