Prognose für den Erdgaspreis: Gas stabilisiert sich bei 3,1 $, da LNG-Unterbrechungen den Markt in Atem halten

Prognose für den Erdgaspreis: Gas stabilisiert sich bei 3,1 $, da LNG-Unterbrechungen den Markt in Atem halten
Erdgas stabilisiert sich bei 3,09 $ nach geopolitischem LNG-Anstieg

Nach einer steilen geopolitischen Rallye, die an Tempo verlor, stabilisieren sich die Erdgas-Futures nun bei etwa 3,09 $, so dass der Markt zwischen einer nachlassenden Panik und einem nach wie vor fragilen Versorgungsszenario schwankt. Der steile Preisanstieg hat sich zwar abgeschwächt, aber Unterbrechungen bei der Versorgung mit LNG über die Handelsrouten und eine Verknappung der Kraftstoffversorgung in Asien halten das Risiko hoch.

Höhepunkte

  • Erdgas hält sich in der Nähe von 3,09 $, nachdem ein Anstieg bis auf 3,45 $ beendet wurde.
  • Indien hat begonnen, die Gaslieferungen einzuschränken, da die Unterbrechungen der LNG-Lieferungen aus Katar die regionalen Gasflüsse beeinträchtigen.
  • Die Spanne von 3,06 $ bis 3,15 $ bestimmt nun die nächste Richtungsänderung des Marktes.

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Der Markt befindet sich zwar nicht mehr in Panik, hat sich aber noch nicht wieder vollständig normalisiert. Die Händler beobachten nun, ob der jüngste Rückgang nur eine Konsolidierung nach einem durch Schlagzeilen ausgelösten Preisdruck ist oder der Beginn eines größeren Rückgangs, wenn die Sorgen über die Geopolitik nachlassen.

Versorgungsunterbrechungen bestimmen weiterhin den makroökonomischen Hintergrund

Das größere Thema ist immer noch die LNG-Logistik und die Auswirkungen der Instabilität im Nahen Osten. Probleme mit der Versorgung in der Straße von Hormuz wirken sich bereits auf die reale Wirtschaftstätigkeit in Asien aus. Indien hat damit begonnen, die Gaslieferungen an industrielle Abnehmer einzuschränken, nachdem Katar die LNG-Produktion gestoppt hat und die Zuverlässigkeit der Verschiffung abgenommen hat. Auch Düngemittelhersteller und Keramikproduzenten haben mit Produktionskürzungen begonnen, was beweist, dass der Versorgungsschock weit über die Finanzmärkte hinaus auf die Industriewirtschaft übergreift.

Als Reaktion auf den allgemeinen Anstieg der Energiepreise hat China die Obergrenzen für die regulierten Einzelhandelspreise für Kraftstoffe so weit wie seit 2022 nicht mehr angehoben. Diese Reaktion unterstreicht, wie eng die Gas- und Ölmärkte inzwischen miteinander verflochten sind, da die Importeure mit dem kriegsbedingten Versorgungsstress zurechtkommen müssen. Die Preise haben sich zwar von ihren Höchstständen erholt, doch das zugrunde liegende Angebotsproblem ist noch nicht vollständig beseitigt.

Chart wechselt von Ausbruch zu Konsolidierung

Auf dem Ein-Stunden-Chart ist Erdgas nach dem Anstieg auf 3,45 $ in eine ausgeglichenere Phase eingetreten. Der Preis bewegt sich jetzt knapp unter dem 20 EMA bei 3,148 $ und dem 50 EMA bei 3,157 $. Dieses schmale Band fungiert als unmittelbarer Widerstand und stellt die erste Hürde dar, die die Bullen überwinden müssen, um das Aufwärtsmomentum wieder aufzunehmen.

NG-Preisdynamik (Quelle: TradingView)

Eine bessere Unterstützung ist bei 3,06 $ gegeben, wo der 200 EMA immer noch ansteigt. Dieses Niveau hat während des jüngsten Rückgangs gehalten und ist zum strukturellen Boden für das aktuelle Erholungsmuster geworden. Ein Durchbruch über 3,15 $ würde wahrscheinlich den Weg in Richtung 3,3 $ und möglicherweise in den Bereich zwischen 3,35 und 3,45 $ wieder eröffnen, der den vorherigen Anstieg deckelte. Ein Scheitern unter 3,06 $ würde den Bereich um 3 $ und dann den Bereich um 2,95 $ freilegen, in dem sich die frühere Basis gebildet hat.

Das Momentum hat sich abgekühlt, ohne entscheidend rückläufig zu werden. Der RSI liegt mit 41 weit unter den überkauften Extremen, die während der früheren Erholung erreicht wurden, aber er hat auch aufgehört, drastisch zu fallen. Dies deutet darauf hin, dass der spekulative Überschuss ausgeschwemmt wurde und der Markt nach einem stabileren kurzfristigen Bereich sucht.

Wie bereits erörtert, reagiert Erdgas selbst bei einer Schwächung der technischen Struktur nach wie vor sehr empfindlich auf Unterbrechungen der LNG-Routen. Das gilt auch hier. Die derzeitige Pause sieht eher wie ein Reset in einem volatilen, angebotsgetriebenen Markt aus als eine vollständige Rückkehr zu ruhigen Bedingungen.

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