Prognose für den Erdgaspreis: Gas stabilisiert sich bei 3 Dollar, da die Unterbrechung der Lieferungen aus Katar das Versorgungsrisiko hoch hält.
Die Erdgas-Futures liegen derzeit bei ~$2,97 pro MMBtu und bleiben nach einem steilen Rückgang vom Januar-Höchststand von über $7 knapp oberhalb einer wichtigen langfristigen Unterstützung stabil. Der panikbedingte Höhenflug hat sich am Markt gelegt, wobei die Sorge um Lieferunterbrechungen im Zusammenhang mit Katar und der Straße von Hormuz einen weiteren Rückgang verhindert.
Höhepunkte
- Erdgas hält sich bei 2,97 $ oberhalb einer wichtigen Trendlinie, die zwischen 2,9 $ und 3 $ verläuft.
- Der LNG-Stopp in Katar hält das globale Versorgungsrisiko in Europa und Asien aufrecht.
- Das EMA-Band von 3,13 $ bis 3,6 $ bleibt die wichtigste Widerstandszone für einen etwaigen Aufschwung.
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Der Markt befindet sich nun an einem klaren Wendepunkt. Der panikbedingte Aufschlag, der zu Beginn des Jahres zu beobachten war, ist weitgehend verschwunden, doch die geopolitischen Spannungen sorgen weiterhin für eine hohe Volatilität. Händler beobachten die 2,9 $-Marke genau, um zu sehen, ob sie lange genug halten kann, damit die Preise eine Basis bilden können.
Unterstützung hält, aber das Diagramm bleibt fragil
Technisch gesehen befindet sich Erdgas weiterhin in einer Korrekturstruktur. Der Preis liegt unter dem gesamten EMA-Band, wobei der 20-Tages-EMA bei 3,13 $, der 50-Tages-EMA bei etwa 3,48 $ und die 100- und 200-Tages-EMAs bei 3,63 und 3,59 $ liegen. Dieser gestapelte Widerstand zwischen 3,10 $ und 3,60 $ bleibt eine Obergrenze für Aufwärtsversuche.
Dynamik der Erdgaspreise (Quelle: TradingView)
Die Trendlinie bei 2,9 $ bis 3 $ ist die entscheidende technische Marke. Solange sie hält, befindet sie sich im Stabilisierungsmodus für den Markt. Ein sauberer Durchbruch darunter würde 2,7 $ und dann 2,5 $ offenbaren, was ein Beweis dafür wäre, dass der geopolitische Spike nun vollständig verschwunden ist. Auf der Oberseite benötigen die Bullen zunächst einen Anstieg über 3,13 $, bevor sie zur höheren Linie zwischen 3,4 und 3,5 $ ziehen können. Erst dann würde das Chartbild auf eine breitere Erholung hindeuten.
Störung in Katar hält den fundamentalen Boden aufrecht
Die wichtigste fundamentale Unterstützung kommt von der Unterbrechung des weltweiten LNG-Angebots. Katar, das für etwa ein Fünftel der weltweiten LNG-Exporte verantwortlich ist, hat die Produktion eingestellt, während eine schwerwiegende Unterbrechung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormuz die Versorgungserwartungen in Asien und Europa verschärft hat.Unter der Annahme, dass der Konflikt schnell beendet wird, wird die Wiederaufnahme der Verflüssigung nicht einfach sein. Die LNG-Anlagen müssen abgekühlt und langsam wieder in Betrieb genommen werden, was bedeutet, dass es Wochen dauern kann, bis sich die Exportmengen wieder normalisiert haben.
Diese Verzögerung ist von entscheidender Bedeutung, denn sie sorgt dafür, dass die Preise auch dann noch steigen, wenn der spekulative Handel nachlässt. Europa bekommt die Auswirkungen dieser Situation bereits zu spüren. Die niederländischen TTF-Preise stiegen Anfang dieser Woche sprunghaft an, da die Händler mit der Möglichkeit längerer LNG-Unterbrechungen rechneten, und die niedrigeren Lagerbestände könnten es erschweren, die Vorräte vor dem Wintereinbruch wieder aufzufüllen.
Ausblick auf die Erdgaspreise
Der Analyst Anton Kharitonov sagte: Der Preisanstieg im Januar hat gezeigt, wie schnell sich der Gaspreis ändern kann, wenn Versorgungsrisiken ins Spiel kommen. Entscheidend ist jetzt, dass Katar fast ein Fünftel der weltweiten LNG-Exporte ausmacht. Selbst eine kurze Unterbrechung zwingt die Händler dazu, die gesamte Bilanz zu überdenken. Wenn die Ströme durch Hormuz unsicher bleiben, ist der 3-Dollar-Kurs nicht mehr ein charttechnischer Wert, sondern ein physikalischer Wert.Wie bereits erwähnt, hat Erdgas nach einer heftigen Panikrallye und einem Zusammenbruch versucht, ein Gleichgewicht zu finden. Der Unterschied besteht nun darin, dass das physische Angebotsrisiko noch nicht vollständig verschwunden ist. Damit bleibt die Marke von 2,90 $ als Trennlinie zwischen Stabilisierung und einem weiteren Abwärtsschub.
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