Deutschlands private Haushalte tragen 2024 wieder mehr als die Hälfte der Gesundheitsausgaben
Nach den pandemiebedingten Verschiebungen nähert sich die Finanzierungsstruktur des deutschen Gesundheitswesens wieder dem Vorkrisenniveau an. Private Haushalte finanzieren 2024 rund 286,8 Milliarden Euro und damit 54,3 % der laufenden Gesundheitsausgaben von insgesamt 528,5 Milliarden Euro.
Höhepunkte
- Private Haushalte finanzieren 2024 mit 286,8 Milliarden Euro wieder mehr als die Hälfte der Gesundheitsausgaben, ihre Beiträge steigen um 8,7 % gegenüber 2023.
- Die Unternehmensbeiträge zu den laufenden Gesundheitsausgaben wachsen 2024 mit plus 9,5 % auf 164,5 Milliarden Euro besonders stark, hauptsächlich getragen durch Arbeitgeber-Sozialversicherungsbeiträge.
- Der staatliche Finanzierungsanteil sinkt auf 14,0 %, der Zuwachs beträgt nur 54 Millionen Euro oder 0,1 % auf 73,9 Milliarden Euro.
Finanzierungsstruktur erreicht wieder Vorkrisenniveau
Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, steigen die Beiträge der privaten Haushalte zur Finanzierung der laufenden Gesundheitsausgaben im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um 23,1 Milliarden Euro oder 8,7 %. Damit liegt ihr Finanzierungsanteil wieder nahe am Niveau von 2019, als private Haushalte 54,7 % der laufenden Gesundheitsausgaben trugen; bis 2022 war dieser Anteil auf 49,5 % gesunken.Neben den privaten Haushalten finanzieren in Deutschland auch Unternehmen, der Staat und private Organisationen ohne Erwerbszweck die laufenden Gesundheitsausgaben. Der Anteil der Unternehmen steigt 2024 von 30,6 % auf 31,1 %, während der staatliche Anteil von 15,0 % auf 14,0 % zurückgeht. Der Anteil privater Organisationen ohne Erwerbszweck sinkt von 0,7 % auf 0,6 %.
Von den 286,8 Milliarden Euro der privaten Haushalte entfallen knapp 136,5 Milliarden Euro auf Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Weitere 59,5 Milliarden Euro stammen aus sonstigen inländischen Einnahmen, darunter Ausgaben für ambulante und stationäre Pflege sowie für rezeptfreie Produkte in Apotheken.
Unternehmen erhöhen Beiträge stärker als der Staat
Prozentual wachsen die Finanzierungsbeiträge der Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr am stärksten. Sie steigen um 14,3 Milliarden Euro oder 9,5 % auf 164,5 Milliarden Euro, wobei 85,0 % dieses Beitrags auf Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber zurückzuführen sind; allein diese Finanzierungsart wächst um 12,1 Milliarden Euro auf 139,9 Milliarden Euro.Der staatliche Finanzierungsbeitrag bleibt dagegen nahezu unverändert und legt lediglich um 54 Millionen Euro oder 0,1 % auf 73,9 Milliarden Euro zu. Den größten Teil davon, 90,1 %, bringt der Staat über Transfers und Zuschüsse auf, darunter den Bundeszuschuss zum Gesundheitsfonds und Beihilfen öffentlicher Arbeitgeber; diese Position sinkt gegenüber dem Vorjahr um 579 Millionen Euro auf 66,6 Milliarden Euro.
Private Organisationen ohne Erwerbszweck erhöhen ihren Finanzierungsbeitrag um 109 Millionen Euro oder 3,4 % auf 3,3 Milliarden Euro. Die vom Statistischen Bundesamt vorgelegte Finanzierungsrechnung ergänzt die Gesundheitsausgabenrechnung und folgt wie diese dem internationalen Konzept des System of Health Accounts.
In unserem früheren Beitrag zur Entwicklung der Staatsverschuldung im Euro-Raum bis 2031 haben wir erläutert, dass die Gesamt-Schuldenquote zwar relativ stabil bleibt, sich die Risiken aber stark auf einzelne Länder mit hohen Zinslasten und schwächerer Haushaltsdynamik konzentrieren. Zudem haben wir beschrieben, dass schwaches Wachstum und steigende altersbedingte Sozialausgaben den Konsolidierungsdruck erhöhen und damit die langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen belasten.
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