Deutschlands Außenhandelsvolumen steigt 2025, bleibt aber unter Vorkrisenniveau
Deutschlands Warenhandel legt zu Beginn des Jahres 2026 nach Menge erneut zu, auch wenn die längerfristige Erholung noch unvollständig bleibt. Im April 2026 steigen die Exporte real um 4,8 % und die Importe um 2,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat, während das Handelsvolumen im Gesamtjahr 2025 weiterhin unter dem Stand von 2019 liegt.
Höhepunkte
- Im April 2026 steigen Deutschlands Exportvolumen um 4,8 % und Importvolumen um 2,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat.
- Das Exportvolumen erhöht sich 2025 erstmals seit drei Jahren um 1,3 % und das Importvolumen um 1,6 %, bleibt aber 6,3 % bzw. 4,2 % unter 2019.
- Nominal erreichen deutsche Exporte 2025 ein Plus von 17,8 % und Importe ein Plus von 23,3 % gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019, getrieben durch höhere Durchschnittswerte.
April-Zuwachs und Jahresvergleich 2025
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, nimmt das Außenhandelsvolumen im April 2026 auf beiden Seiten zu. Nach vorläufigen Ergebnissen werden mengenmäßig 4,8 % mehr Waren aus Deutschland exportiert und 2,8 % mehr Waren nach Deutschland importiert als im Vorjahresmonat.Das Außenhandelsvolumen misst die reine Mengenentwicklung der ein- und ausgeführten Waren und ist damit unabhängig von aktuellen Preisbewegungen. Nach den nominalen, unbereinigten Ergebnissen, die Preisänderungen einschließen, liegen die Exporte im April 2026 um 3,7 % und die Importe um 6,3 % über dem Vorjahresmonat.
Im Gesamtjahr 2025 steigt das Exportvolumen nach drei Jahren mit Rückgängen erstmals wieder und liegt um 1,3 % über 2024. Das Importvolumen erhöht sich nach zwei Jahren mit Rückgängen um 1,6 % gegenüber 2024.
Trotz dieser Erholung bleibt die gehandelte Warenmenge unter dem Vorkrisenniveau. Das Exportvolumen liegt 2025 um 6,3 % unter 2019, das Importvolumen um 4,2 %.
Preise treiben nominale Handelswerte weiter
Seit 2019 entwickeln sich Volumen und nominale Werte deutlich unterschiedlich. Während die gehandelten Mengen niedriger ausfallen, steigen die nominalen Außenhandelswerte spürbar, was auf höhere Durchschnittswerte der gehandelten Waren hinweist.Methodisch sind die Durchschnittswerte mit dem Basisjahr 2021 vergleichbar. Die bislang höchsten Werte werden 2022 erreicht, als der Durchschnittswert exportierter Waren 17,3 % und jener importierter Waren 21,2 % über dem Niveau von 2021 liegt.
Seitdem stabilisieren sich die Durchschnittswerte. Im Jahr 2025 liegen sie bei exportierten Waren noch 16,0 % und bei importierten Waren 15,8 % über dem Basisjahr 2021, nachdem sie 2019 exportseitig 7,7 % und importseitig 9,8 % darunter gelegen haben.
Nach nominalen Außenhandelsergebnissen übertreffen die deutschen Exporte 2025 das Niveau von 2019 um 17,8 %, die Importe sogar um 23,3 %. Damit zeigt sich, dass der deutsche Außenhandel wertmäßig deutlich über dem Vorkrisenstand liegt, mengenmäßig jedoch noch nicht wieder an das Niveau vor Corona-Pandemie und russischem Angriff auf die Ukraine heranreicht.
Unsere frühere Berichterstattung zur Reise von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in die Türkei beleuchtete, wie Deutschland und die Türkei ihre Wirtschafts- und Energiekooperation angesichts geopolitischer Krisen und angespannter Lieferketten ausbauen wollen. Im Fokus standen bilaterale Gespräche in Ankara sowie das Deutsch-Türkische Energieforum und die gemischte Wirtschaftskommission, die Investitionen, Innovationen und eine sichere Energieversorgung stärken sollen. Damit ordnet sich der Austausch auch in das Ziel ein, Handelswege und Versorgungsketten breiter abzusichern.
- Forex
- Crypto