Galeria sichert Notkredit, weiterer Filialabbau droht

Galeria sichert Notkredit, weiterer Filialabbau droht
Galeria mit Notkredit

Nach monatelangen Verhandlungen erhält die angeschlagene Warenhauskette Galeria eine neue Finanzierung und sichert damit zunächst den laufenden Betrieb. Die Kreditlinie von 160 Millionen Euro soll Gehälter, Mieten und Warenbestellungen stützen, während zugleich ein weiterer harter Sanierungskurs im Raum steht.

Höhepunkte

  • Gordon Brothers gewährt Galeria eine Kreditlinie über 160 Millionen Euro, von der ein Teil bereits für Löhne und Mieten genutzt wurde.
  • Rund 30 Filialschließungen mit tausenden Arbeitsplatzverlusten stehen zur Debatte, um das Filialnetz von Galeria weiter zu sanieren.
  • Galeria schreibt monatlich über 10 Millionen Euro Verlust und der Umsatz liegt teilweise mehr als zehn Prozent unter Vorjahr, was den Sanierungsdruck erhöht.

Finanzierung sichert Betrieb und Liquidität

Wie zuerst von BILD berichtet, haben sich der U.S.-Investor Gordon Brothers, die Galeria-Eigentümer und weitere Beteiligte, darunter Versicherungskonzerne, auf einen Notkredit für die Warenhauskette verständigt.

Gordon Brothers stellt Galeria eine Kreditlinie über 160 Millionen Euro bereit. Ein Teil des Betrags soll bereits am Donnerstagnachmittag an das Unternehmen geflossen sein, damit Galeria die Juni-Löhne für rund 12.000 Beschäftigte, die Mieten für insgesamt 83 Warenhäuser und Bestellungen für das wichtige Weihnachtsgeschäft bezahlen kann.

Ein erheblicher Teil der neuen Mittel steht allerdings nicht für den operativen Neustart zur Verfügung. Galeria muss damit auch einen bestehenden Kredit über 70 Millionen Euro zuzüglich Zinsen ablösen, womit knapp die Hälfte des Gesamtbetrags bereits gebunden ist.

Sanierungsdruck für Filialnetz und Innenstädte

Parallel zur Zwischenfinanzierung zeichnet sich ein weiteres Sanierungsprogramm ab. Nach einem Konzept der Beratung Alix Partners könnten rund 30 Filialen geschlossen werden, was den Abbau von tausenden Arbeitsplätzen bedeuten würde.

Zudem sollen zahlreiche Standorte verkleinert und teilweise für Untermieter geöffnet werden, darunter nach den Angaben auch Unternehmen wie Lidl. Gleichzeitig will Galeria mit Vermietern über Mietmodelle verhandeln, bei denen sich die Miethöhe künftig stärker am Umsatz orientiert.

Der finanzielle Druck bleibt hoch, denn Galeria schreibt nach den vorliegenden Angaben mehr als 10 Millionen Euro Verlust pro Monat. Der Umsatz liegt demnach teilweise mehr als zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Galeria-Miteigentümer Bernd Beetz, der 28,2 Prozent hält, sagt, mit der Kreditzusage könne es für das Unternehmen weitergehen, die Lage bleibe aber angespannt. Galeria sei für viele Innenstädte wichtig, und das Unternehmen wolle mit modularen Flächenkonzepten, neuen Partnern und einem verbesserten Sortiment eine tragfähige Perspektive für die Standorte schaffen.

In unserem früheren Beitrag zur Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts zu Massenentlassungsanzeigen im Insolvenzverfahren haben wir erläutert, dass Kündigungen trotz geringfügiger Fehler in der Anzeige wirksam bleiben können, sofern die Agentur für Arbeit dadurch nicht an ihrer Aufgabe gehindert wird. Das Urteil schafft mehr Rechtssicherheit für Insolvenzverwalter und Unternehmen, weil formale Unstimmigkeiten nicht automatisch zur Unwirksamkeit von Kündigungen führen.

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