EUR/USD-Kurs stabilisiert sich bei $1,164, da Händler Powell in Jackson Hole erwarten
Die Euro-Dollar-Paarung rutschte am Dienstag bis auf 1,164 ab und handelte defensiv, nachdem sie es nicht geschafft hatte, den Stand vom Vortag bei 1,167 zu halten. Der bescheidene Rückgang spiegelt sowohl technische Durchbruchssignale als auch eine vorsichtige Positionierung wider, da die Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die bevorstehenden Äußerungen des Vorsitzenden der Federal Reserve Jerome Powell auf dem Symposium in Jackson Hole richten.
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Höhepunkte
- EUR/USD handelt bei 1,164 und damit unterhalb wichtiger gleitender Durchschnitte, nachdem es einen steigenden Channel durchbrochen hat.
- Händler richten ihr Augenmerk auf Powells Rede in Jackson Hole, wobei die Märkte eine 85%ige Chance auf eine Zinssenkung der Fed im September einpreisen.
- Der wichtige Drehpunkt liegt bei 1,1627-1,1636, mit 1,1590 als nächster Unterstützung, falls sich der Durchbruch fortsetzt.
Die Märkte verfolgten auch die geopolitischen Entwicklungen, wobei US-Präsident Donald Trump Fortschritte bei den Bemühungen um einen Friedensgipfel mit der Ukraine signalisierte. NATO-Generalsekretär Mark Rutte bezeichnete Trumps Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Zelenskiy als "sehr erfolgreich", und Trump bestätigte, dass er sich an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gewandt habe, um einen trilateralen Gipfel vorzuschlagen. Für die globalen Märkte könnte jedes Signal der Deeskalation die Risikoaversion verringern und dem Euro Unterstützung bieten.
Technisches Bild: Ausbruch aus steigender Handelsspanne
Auf der Vier-Stunden-Chart ist EUR/USD aus einem steigenden Kanal herausgefallen, der die Erholung vom Tief Anfang August bei 1,1393 begleitete. Der Höchststand der letzten Woche unter 1,1720 markierte den Punkt, an dem sich die Bewegung erschöpfte, und die anschließenden Kursbewegungen zeigten niedrigere Höchststände und einen klaren Durchbruch des Kanalbodens.Der gleitende Durchschnittscluster fungiert nun als mehrschichtiger Widerstand. Der 20-EMA liegt bei 1,1661, der 50-EMA bei 1,1656 und der 100-EMA bei 1,1645. Alle befinden sich oberhalb des aktuellen Kurses, was darauf hindeutet, dass die Verkäufer weiterhin die Kontrolle über die kurzfristige Struktur haben. Der 200-EMA bei 1,1627 deckt sich mit dem 61,8-prozentigen Fibonacci-Retracement bei 1,1636 und bildet eine entscheidende Zone, die die Bullen verteidigen müssen, um den allgemeinen Aufwärtstrend zu erhalten.

EUR/USD-Kursprognose (Quelle: TradingView)
Unterhalb von 1,1630 liegt die nächste Unterstützung bei 1,1590, dem 50-prozentigen Retracement des jüngsten Schwungs. Ein tieferer Rückgang würde bis 1,1543, dem 38,2-Prozent-Niveau, führen, wo die Käufer versuchen könnten, wieder in Schwung zu kommen. Auf der Oberseite dient die Spanne von 1,1700 bis 1,1720 als erste Angebotszone, wobei 1,1780 ein dehnbares Ziel darstellt, falls sich die Risikobereitschaft verbessert.
Politische und geopolitische Faktoren
Während die Europäische Zentralbank an ihrer Haltung festhält und die Zinserwartungen für September bei einer unveränderten Zinshöhe verankert hat, ist die US-Seite der Gleichung etwas unbeständiger. Händler rechnen derzeit mit einer 85-prozentigen Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte auf der FOMC-Sitzung am 16. und 17. September, so dass Powells Kommentare in Jackson Hole für die kurzfristige Entwicklung des Dollars von entscheidender Bedeutung sind.
Ein pessimistischer Powell, der signalisiert, dass er mit frühen oder aufeinanderfolgenden Zinssenkungen einverstanden ist, würde den Dollar wahrscheinlich schwächen und EUR/USD Raum für eine Erholung über 1,1700 eröffnen. Betont Powell hingegen Geduld und Datenabhängigkeit, könnte der Dollar unterstützt bleiben und die Paarung in Richtung 1,1590 drücken.Die Geopolitik bleibt ein weiterer Einflussfaktor. Jeder Fortschritt bei der Organisation eines Gipfeltreffens zwischen Zelenskij und Putin würde die Risikobereitschaft erhöhen, was zyklischen Währungen wie dem Euro in der Regel Auftrieb verleiht. Umgekehrt könnte ein Stillstand der Diplomatie oder eine erneute Eskalation die Risikoaversion wieder aufleben lassen und die Nachfrage nach dem Dollar verstärken.
Kurzfristige Aussichten: Vorsichtige Konsolidierung
Mit Blick auf das Symposium in Jackson Hole ist das Basisszenario eine vorsichtige Konsolidierung zwischen 1,1590 und 1,1700, mit einer leicht rückläufigen Tendenz, solange der Kurs unter 1,1665 bleibt. Dieses Niveau, das mit der gebrochenen Unterseite des Kanals und den 20- und 50-EMAs übereinstimmt, ist jetzt das Signal, um zu einer konstruktiven Tendenz zurückzukehren.Für Händler ist das Band zwischen 1,1627 und 1,1636 der Schlüsselpunkt. Ein Halten dieses Bereichs würde eine Reflexbewegung in Richtung 1,1665 unterstützen, während ein klarer Durchbruch darunter den Wert von 1,1590 offenlegen würde. Bis Powell sich zu Wort meldet, werden Erholungen wahrscheinlich am EMA-Widerstand enden und Kurseinbrüche in der Nähe von Retracement-Niveaus sorgfältig verwaltet.
In unserer früheren Analyse haben wir hervorgehoben, dass die Erholung von Juli bis August bei EUR/USD die Merkmale einer Korrekturerholung innerhalb eines breiteren, vorsichtigen Trends trug. Die Schwierigkeit des Paares, sich oberhalb von 1,1700 zu halten, und die wiederholte Abhängigkeit von Fibonacci-Unterstützungen unterstrichen das fragile Momentum. Diese Dynamik bleibt auch heute bestehen, wobei Händler gut definierte technische Drehpunkte respektieren und auf makroökonomische Katalysatoren warten.
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