VanEck positioniert XRP Ledger als Rivale zu SWIFT und DTCC

VanEck positioniert XRP Ledger als Rivale zu SWIFT und DTCC
VanEck hebt XRPL als Settlement-Ebene hervor

Der XRP Ledger steht erneut im Zentrum einer Debatte darüber, welche Infrastruktur Banken und Vermögensverwalter im Zeitalter der Tokenisierung nutzen könnten. Die Einschätzung von VanEck beschreibt XRPL als ein Netzwerk, das um einen Teil der Settlement-Aktivitäten konkurrieren könnte, die derzeit von SWIFT, DTCC und privaten Banken-Rails wie JPMorgan Kinexys abgewickelt werden.

Höhepunkte

  • VanEck sieht XRPL als potenziellen Konkurrenten zu traditionellen Abwicklungssystemen.
  • XRPL könnte für tokenisierte Vermögenswerte nützlich sein, bei denen Geschwindigkeit und Betrieb außerhalb der Banköffnungszeiten zählen.
  • Das Pilotprojekt von Ondo, JPMorgan, Mastercard und Ripple zeigte die Einlösung tokenisierter Staatsanleihen mit On-Chain-Verarbeitung in unter fünf Sekunden.
  • Die Rolle von XRPL ist derzeit hybrid: Die Blockchain bewegt das Asset, während Banken die Fiat-Seite abwickeln.

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Warum der Vergleich mit SWIFT und DTCC wichtig ist

SWIFT fungiert nach wie vor hauptsächlich als Messaging-Netzwerk zwischen Banken und nicht als direkte Settlement-Ebene. Die DTCC hingegen wickelt das Clearing und Settlement für die US-Wertpapiermärkte ab, wo Transaktionen in der Regel nicht sofort abgerechnet werden. Traditionelle Abwicklungssysteme wurden für einen Markt konzipiert, der von Banköffnungszeiten, Intermediären und verzögertem Clearing geprägt ist. 

VanEck sieht XRPL als potenzielle Settlement-Ebene für Märkte, die schnelle Asset-Transfers, Synchronisation zwischen Blockchains und Banken sowie die Fähigkeit zum Betrieb außerhalb der Standard-Banköffnungszeiten benötigen. Das ist besonders für tokenisierte Vermögenswerte von Bedeutung, bei denen Anleger zunehmend einen Liquiditätszugang rund um die Uhr erwarten. 

Pilotprojekt mit JPMorgan, Mastercard und Ondo

Das institutionelle Interesse an XRPL hat bereits ein konkretes Beispiel durch eine Transaktion mit tokenisierten US-Staatsanleihen hervorgebracht. Ondo Finance, Kinexys von JPMorgan, Mastercard und Ripple schlossen die erste grenzüberschreitende, bankübergreifende Einlösung eines tokenisierten Treasury-Fonds in Beinahe-Echtzeit ab. In diesem Setup verarbeitete der XRP Ledger den On-Chain-Teil der Transaktion in weniger als fünf Sekunden, während die Cash-Seite über die Bankeninfrastruktur von JPMorgan abgewickelt wurde.

Die Transaktion zeigte ein hybrides Modell: Die Blockchain übernimmt den Transfer des tokenisierten Assets, während die Banken ihre Rolle beim Fiat-Settlement und dem Abgleich behalten. Dies ersetzt das traditionelle Finanzwesen nicht vollständig, kann aber Abläufe beschleunigen, die normalerweise von Bankfenstern, manuellen Prozessen und Korrespondenzbankketten abhängen.

Ein neuer Test für XRPL

Für den XRP Ledger ist dies ein wichtiger Moment. Das Netzwerk wird seit langem als Infrastruktur für schnelle Zahlungen und Abwicklungen positioniert, doch nun wird seine Rolle in einem komplexeren Segment getestet: tokenisierte Staatsanleihen, institutionelle Kunden, bankübergreifende Transaktionen und Fiat-Auszahlungen.

Der Wettbewerb wird intensiv sein. JPMorgan baut Kinexys auf, Mastercard entwickelt sein Multi-Token Network, und tokenisierte Fonds erscheinen bereits auf Ethereum und anderen Blockchains. Die Hauptfrage für XRPL ist also nicht, ob es Transaktionen in Sekunden verarbeiten kann. 

Die eigentliche Frage ist, ob Banken, Vermögensverwalter und Regulierungsbehörden bereit sein werden, eine öffentliche Blockchain als Teil der Settlement-Infrastruktur zu nutzen.

Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass der aktuelle XRP Ledger keine 1.500 Transaktionen pro Sekunde erreichen kann.

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