Prognose für den Erdgaspreis: Ein Rückgang unter 3,2 $ würde den Markt einem stärkeren Einbruch aussetzen.
Die US-Erdgasfutures fielen um 2,55 % auf $ 3,14 pro MMBtu, rutschten damit entscheidend unter die wichtige Unterstützungszone von $ 3,20 und markierten neue Mehrwochentiefs. Der Rückgang unterstreicht den anhaltenden Abwärtsdruck, der durch die warmen Wettervorhersagen und das reichliche Angebot ausgelöst wird, auch wenn es erste Anzeichen für eine steigende internationale Nachfrage gibt.
Höhepunkte
- Erdgas fällt auf 3,14 $ und bricht unter die kritische Unterstützung von 3,20 $.
- Supertrend bei 4,64 $ bestätigt dominanten Abwärtstrend weiterhin intakt.
- Indien signalisiert stärkere LNG-Nachfrage aus den USA als Teil der Importerweiterung
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Der Rückgang unter die 3,20 $-Marke stellt einen bedeutenden technischen Durchbruch dar, da diese Marke über weite Strecken des Jahres 2025 als Untergrenze fungiert hatte. Angesichts des herannahenden Frühlings und der nachlassenden Heizungsnachfrage scheinen die Händler zu zögern, ihre Long-Positionen wieder aufzubauen.
Technische Schäden erhöhen das Abwärtsrisiko
Aus charttechnischer Sicht hat sich die Struktur stark verschlechtert. Der Supertrend-Indikator, der sich bei 4,64 $ befindet, ist nach wie vor stark rückläufig, während der parabolische SAR bei 5,45 $ das Ausmaß des Rückgangs seit dem Höchststand von 7,5 $ im Januar deutlich macht. Die Preise notieren jetzt deutlich unter allen wichtigen Widerstandsniveaus, was die Stärke des vorherrschenden Abwärtstrends unterstreicht.
Dynamik der Erdgaspreise (Quelle: TradingView)
Der Durchbruch der $3,2-$-Zone verlagert den Fokus auf die $2,8-$3-Region, ein Niveau, das seit 2024 nicht mehr erreicht wurde. Das Momentum ist nach wie vor negativ, und der Markt hat Erholungen über die 5 $-Marke Anfang 2025 konsequent abgelehnt und ein Muster niedrigerer Höchststände etabliert. Da es bis zum oberen Bereich von 2,7 $ keine nennenswerte technische Unterstützung gibt, bleibt der Weg des geringsten Widerstands nach unten gerichtet, sofern nicht ein grundlegender Katalysator auftaucht.
Die Tatsache, dass das langjährige Unterstützungsband nicht gehalten werden konnte, deutet darauf hin, dass sich die spekulative Positionierung im Zusammenhang mit der Wintervolatilität weitgehend aufgelöst hat, so dass die Stimmung zu Beginn der Schultersaison fragil bleibt.
Internationale Nachfrage bietet längerfristige Unterstützung
Während die inländischen Faktoren weiterhin rückläufig sind, könnten die Entwicklungen im Ausland schließlich einen stabilisierenden Einfluss haben. Der Chef der indischen Petronet LNG bestätigte, dass das Land amerikanisches LNG zu wettbewerbsfähigen Preisen kaufen würde, was im Einklang mit den allgemeinen Bemühungen steht, die Importe nach den jüngsten Zollanpassungen auszuweiten. Indien, das derzeit der viertgrößte LNG-Käufer der Welt ist, will den Anteil von Erdgas an seinem Energiemix bis 2030 von etwa 6 % auf 15 % erhöhen.Das Land betreibt rund 27.000 Megawatt gasbefeuerte Stromerzeugungskapazitäten mit einer Auslastung von nur 25 %, die durch hohe Brennstoffkosten beeinträchtigt wird. Niedrigere LNG-Preise könnten eine erhebliche latente Nachfrage in den Bereichen Stromerzeugung, Düngemittel, Raffinerie und städtische Gasnetze freisetzen. Petronet treibt auch Expansionspläne voran, darunter die Entwicklung eines neuen Terminals an der Ostküste.
Unabhängig davon kündigte ConocoPhillips eine Investition in Höhe von 2,1 Mrd. USD an, um die Produktion in den norwegischen Greater-Ekofisk-Feldern bis Ende 2028 wieder aufzunehmen, wobei 90 bis 120 Millionen Barrel Öläquivalent in Form von Gas und Kondensat angestrebt werden. Solche langfristigen Kapitalverpflichtungen lassen darauf schließen, dass trotz der derzeitigen Preisschwäche Vertrauen in die strukturelle Gasnachfrage besteht.
Wie bereits erörtert, hatte Erdgas nach dem Anstieg im Winter Mühe, seine Gewinne zu halten, wobei die hohe Volatilität und die starken Spekulationsströme die Bewegungen in beide Richtungen verstärkten. Der jüngste Einbruch bestätigt die technische Schwäche, aber die wachsende LNG-Nachfrage in Asien und Europa könnte einen längerfristigen Boden bilden, sobald sich das inländische Überangebot stabilisiert.
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