MDR vereinbart Ausgleichszahlungen für freie Mitarbeiter trotz geringerem Arbeitseinsatz

MDR vereinbart Ausgleichszahlungen für freie Mitarbeiter trotz geringerem Arbeitseinsatz
MDR zahlt trotz Kürzung

Der MDR steht inmitten seines Sparkurses vor neuer Kritik an der Verwendung von Rundfunkbeiträgen. Eine Vereinbarung sieht vor, dass freie Mitarbeiter zwischen April 2026 und März 2027 bei Honorareinbußen Ausgleichszahlungen von bis zu 90 Prozent ihrer Bezüge erhalten.

Höhepunkte

  • MDR zahlt freien Mitarbeitern im Zeitraum April 2026 bis März 2027 trotz geringerer Auftragsvergabe bis zu 90 Prozent ihres Honorars als Ausgleich.
  • Die Einigung zwischen Deutschem Journalistenverband Sachsen und MDR betrifft langjährig Beschäftigte (90 Prozent Ausgleich) und kürzer Beschäftigte (80 Prozent Ausgleich).
  • Wegen Sparzwang und Ausgaben über rund 775 Millionen Euro Beitragseinnahmen 2024 pausiert MDR neue 'Tatort'- und 'Polizeiruf 110'-Produktionen für drei Jahre.

Regelung zu Honorarausfällen bis 2027

Wie die Frankfurter Allgemeine berichtet, beruht die Regelung auf einer Einigung zwischen dem Deutschen Journalistenverband Sachsen und der Geschäftsleitung des MDR zu sogenannten Ausgleichszahlungen. Davon profitieren freie Mitarbeiter, die im Zeitraum von April 2026 bis März 2027 Honorareinbußen erleiden.

Nach dem Bericht sollen langjährig für den Sender tätige freie Mitarbeiter 90 Prozent ihrer Bezüge erhalten, kürzer beschäftigte Kräfte 80 Prozent. Die Zahlungen sollen auch dann fließen, wenn wegen geringerer Auftragsvergabe kein entsprechender Arbeitseinsatz erfolgt.

Der MDR beantwortete eine Anfrage der Zeitung zu den rechtlichen Hintergründen nicht, erklärte aber, dass sich nun die Gremien des Senders mit dem Vorgang befassen müssten. Laut dem Bericht hat der Intendant der Vereinbarung bereits zugestimmt.

Sparzwang erhöht Druck auf den Sender

Der Hintergrund der Maßnahme ist ein verschärfter Sparkurs beim MDR. Nach den im Text genannten Angaben gab der Sender 2024 trotz rund 775 Millionen Euro an Beitragseinnahmen mehr aus, als er einnahm.

In der Folge soll es eine dreijährige Pause für neue Produktionen von "Tatort" und "Polizeiruf 110" geben. Der frühere ARD-Redakteur Alexander Teske sieht die Einigung auch im Zusammenhang mit der Beschäftigungsstruktur beim MDR und verweist auf mögliche Konflikte um den Status freier und fester freier Mitarbeiter.

Teske sagt, Einsparungen bei publikumsstarken Formaten könnten den Druck auf die Politik erhöhen, die bisher höheren Rundfunkgebühren nicht zustimmt. Zugleich argumentiert er, dass es aus seiner Sicht andere Sparmöglichkeiten gebe, die von den Sendern nicht genutzt würden.

In unserer früheren Berichterstattung zur Senkung der Luftverkehrsteuer ging es darum, wie die Bundesregierung die dadurch entstehenden Steuermindereinnahmen haushalterisch ausgleichen will. Demnach sollen die Ausfälle 2026 zunächst im allgemeinen Haushalt aufgefangen und ab 2027 vollständig über den Einzelplan 12 des Bundesministeriums für Verkehr kompensiert werden.

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