Depot schließt nach erneuter Insolvenz 66 Filialen in Deutschland

Depot schließt nach erneuter Insolvenz 66 Filialen in Deutschland
Depot schließt 66 Filialen

Nach der zweiten Insolvenz innerhalb von gut zwei Jahren baut die Deko-Kette Depot ihr Filialnetz in Deutschland erneut deutlich ab. Von den Maßnahmen sind 66 Standorte betroffen, während die Zahl der wegfallenden Arbeitsplätze und die genauen Schließungstermine bisher offenbleiben.

Höhepunkte

  • Depot kündigt nach erneutem Insolvenzantrag im Mai die Schließung von 66 weiteren Filialen in Deutschland an, Liste der Standorte veröffentlicht.
  • Im ersten Insolvenzverfahren 2024 wurden bereits 250 Filialen geschlossen und 2.000 Stellen abgebaut; aktuell sind 1.500 Beschäftigte betroffen.
  • Preisdruck durch asiatische Plattformen, gestiegene Importzölle und verändertes Kundenverhalten führen zu Absatzproblemen und erschweren den Neustart unter 'Depot 2.0'.

Filialabbau nach zweitem Insolvenzantrag

Wie BILD berichtet, hat Depot auf seiner Website die Schließung von 66 weiteren Filialen angekündigt und dazu eine Liste der betroffenen Standorte veröffentlicht. Das Unternehmen aus Großostheim in Bayern hatte im Mai zum zweiten Mal Insolvenz beim Amtsgericht Aschaffenburg angemeldet.

Bereits das erste Insolvenzverfahren begann 2024 und führte zur Schließung von 250 Filialen sowie zum Abbau von 2.000 Stellen in ganz Deutschland. Danach blieben 155 Standorte bestehen.

Aktuell ist nach Unternehmensangaben unklar, wann die einzelnen Läden schließen und wie viele der noch rund 1.500 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren. An den Schaufenstern der betroffenen Filialen wird bereits für Räumungsverkäufe geworben, zudem gilt im Online-Shop ein Rabatt von 40 Prozent auf fast das gesamte Sortiment.

Belastungen im Dekohandel nehmen zu

Während des ersten Insolvenzverfahrens hatte Christian Gries, Geschäftsführer der GDC Deutschland GmbH, noch einen Neustart unter dem Konzept „Depot 2.0“ angekündigt. Geplant waren niedrigere Preise, schneller wechselnde Trendprodukte und ein moderneres Handelskonzept.

Nach den nun bekanntgegebenen Schließungen gelingt dieser Neustart offenbar nicht im erhofften Umfang. Als Belastungsfaktoren nennt der Bericht gestiegene Importzölle, den Preisdruck durch asiatische Handelsplattformen und ein verändertes Kaufverhalten der Kunden, das die Nachfrage im stationären Einzelhandel schwächt.

In unserem früheren Artikel zu Volkswagens geplanter Großumstrukturierung ging es um Überlegungen, bis zu 100.000 Stellen abzubauen und die Produktion in mehreren deutschen Werken auslaufen zu lassen. Als Treiber nannten wir den zunehmenden Wettbewerbsdruck, die schwache Rentabilität sowie die hohen Kosten des Umstiegs auf Elektromobilität – verbunden mit erwartetem Widerstand der Gewerkschaften.

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