Erdgaspreis sinkt auf 2,78 $, da das Überangebot die Preise belastet

Erdgaspreis sinkt auf 2,78 $, da das Überangebot die Preise belastet
Erdgas wird bei $2,78 gehandelt, da Rekordproduktion und hohe Lagerbestände die Preise belasten

Die Erdgas-Futures notieren bei 2,78 $ pro MMBtu und damit auf dem niedrigsten Stand seit Ende 2024, da der Markt durch die Rekordproduktion, die hohen Lagerbestände und die begrenzte Nachfrage weiterhin unter Druck steht. Trotz des überdurchschnittlich heißen Sommers in weiten Teilen der Vereinigten Staaten hat das Produktionswachstum den witterungsbedingten Verbrauch übertroffen, so dass die Bilanz in Richtung Überangebot tendiert.

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Höhepunkte

- Erdgas wird bei 2,78 $ gehandelt, dem niedrigsten Stand seit Ende 2024, da die Produktion die Nachfrage übersteigt.

- Die Produktion in den Lower 48 lag im August bei durchschnittlich 108,1 Mrd. Kubikmeter pro Tag und trieb die Lagerbestände um 7 % über die saisonalen Normen.

- Die technische Unterstützung liegt bei $2,75-$2,80, bei einem Durchbruch nach unten drohen tiefere Verluste in Richtung $2,50 und $2,00.

Die Produktion der Lower 48-Staaten lag im August bei durchschnittlich 108,1 Mrd. Kubikfuß pro Tag und übertraf damit den Rekordwert vom Juli (107,9 Mrd. Kubikfuß pro Tag). Diese starke Produktion unterstreicht die Widerstandsfähigkeit der US-Schieferproduzenten, die ihr Angebot auch bei schwächeren Preisen weiter ausbauen. Das Ergebnis sind robuste Einspeisungen in die Speicher.

Dynamik der Erdgaspreise (Quelle: TradingView)

Den jüngsten Daten zufolge liegen die Lagerbestände derzeit etwa 7 % über den saisonalen Normen. Die Energy Information Administration meldete für die Woche bis zum 8. August einen Aufbau von 56 Mrd. Kubikmetern, der weit über den Prognosen der Analysten und den saisonalen Durchschnittswerten liegt. Dies verdeutlicht, dass das Angebot die Nachfrage übersteigt, was die rückläufige Tendenz noch verstärkt.

Die Ausfuhren von verflüssigtem Erdgas sorgen für einen gewissen Ausgleich. Die LNG-Speisegasflüsse lagen im August bei durchschnittlich 16,2 Mrd. m³ pro Tag, gegenüber 15,5 Mrd. m³ im Juli, was die Nachfrage aus Europa und Asien widerspiegelt, da die Käufer ihre Lagerbestände für den Winter aufbauen. Obwohl die LNG-Nachfrage weiterhin stark ist, reicht sie nicht aus, um den Inlandsmarkt vollständig auszugleichen. Lagertrends und Pipelineengpässe begrenzen weiterhin die Entlastung und machen die Preise anfällig für weitere Rückgänge.

Technische Signale zeigen Risiken auf

Aus technischer Sicht wird Erdgas an einer wichtigen Unterstützungszone zwischen 2,75 $ und 2,80 $ gehandelt, einem Bereich, der mit früheren Konsolidierungsniveaus zusammenfällt. Ein entscheidender Durchbruch unter diesen Bereich könnte zu tieferen Verlusten in Richtung 2,50 $ führen, wobei auch die psychologische Unterstützung bei 2,00 $ im Spiel ist. Auf der Oberseite befindet sich der Widerstand bei 3 $, der sich mit dem 20- und 50-Tages Moving Average deckt. Die Bullen benötigen eine anhaltende Bewegung oberhalb dieser Marke, um das Momentum zu verändern.

Die Momentum-Indikatoren bleiben rückläufig. Der Relative-Stärke-Index liegt bei 36 und damit nahe dem überverkauften Bereich, was bestätigt, dass der Verkaufsdruck überwiegt, aber noch Spielraum für korrigierende Erholungen lässt. Wichtig ist, dass die längerfristige Aufwärtstrendlinie, die die Preise über weite Strecken des Jahres 2024 stützte, durchbrochen wurde, was aus technischer Sicht zur Vorsicht mahnt.

Ausblick abhängig von Wetter und Exporten

Kurzfristig dürften die Wettervorhersagen die Stimmung bestimmen. Die Modelle gehen davon aus, dass die Hitze bis Ende August anhält, was die Kühlungsnachfrage vorübergehend unterstützen könnte. Wenn der Sommer in den Herbst übergeht, besteht jedoch die Gefahr, dass der Verbrauch nachlässt, während die Produktion stark bleibt. In diesem Fall könnte der Markt zunehmend auf LNG-Exporte angewiesen sein, um zu verhindern, dass die Lagerbestände weiter über den saisonalen Durchschnitt steigen.

Jede Unterbrechung der LNG-Kapazitäten, sei es durch Stürme oder technische Probleme, könnte das inländische Überangebot verschärfen und die Preise nach unten drücken. Umgekehrt könnte eine unerwartet starke Exportnachfrage aus Europa und Asien zu Beginn der Heizperiode einen stabilisierenden Effekt haben. Momentan bleibt Erdgas in einem Abwärtstrend gefangen, wobei 2,75-$2,80 $ das unmittelbare Schlachtfeld darstellen. Ein Durchbruch darunter würde wahrscheinlich die Tür zu einem erneuten Test der Tiefststände von Mitte 2023 öffnen, während ein Wiederanstieg über die 3,00 $-Marke erforderlich wäre, um anzudeuten, dass die Käufer wieder die Kontrolle übernehmen.

In früheren Berichten wiesen wir darauf hin, dass sich Erdgas einem Wendepunkt nähert, da die starke Produktion und die überdurchschnittlichen Lagerbestände die wetterbedingte Nachfrage zu überwältigen drohen. Diese Einschätzung hat sich bewahrheitet, und die Preise sind auf neue Tiefststände bei 2,78 $ gefallen. Jetzt geht es darum, ob die Exportnachfrage die Angebotsschwemme ausgleichen kann, oder ob der Markt seinen Rückgang in Richtung der mehrjährigen Unterstützungsniveaus fortsetzt.

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