Deutschlands Wirtschaftskrise belastet Kaufkraft und Beschäftigung
Die deutsche Wirtschaft steht nach einer Serie externer Schocks weiter unter Druck, während steigende Energiepreise und eine schwächere Konjunktur die Unsicherheit für Verbraucher und Unternehmen erhöhen. Ökonomen warnen, dass die reale Kaufkraft unter dem Niveau von 2019 liegt und sich der Arbeitsmarkt im laufenden Jahr weiter eintrüben könnte.
Höhepunkte
- Die Blockade der Straße von Hormus treibt Ölpreise und Kraftstoffkosten hoch, bedroht Kerosinversorgung und belastet deutsche Haushalte sowie Logistikunternehmen.
- Reallöhne liegen inflationsbereinigt unter dem Niveau von 2019, während rund 3 Millionen Arbeitslose den höchsten Stand seit zwölf Jahren markieren.
- Laut aktueller IW-Studie will jede dritte Firma 2024 Stellen abbauen, während neue Arbeitsplätze überwiegend im steuerfinanzierten öffentlichen Sektor entstehen.
Krisensignale bei Löhnen, Jobs und Wachstum
Wie BILD.de berichtet, sehen Ökonomen Deutschland in einer ungewöhnlich langen Wirtschaftskrise, die sich über mehrere Jahre erstreckt und nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft von immer neuen Belastungen geprägt ist.Zu den aktuellen Auslösern zählen die Blockade der Straße von Hormus und der dadurch stark gestiegene Ölpreis. Davon sind sowohl private Haushalte als auch die Logistikbranche über höhere Kraftstoffkosten betroffen, zudem wird vor möglichem Kerosinmangel und Flugausfällen in der Urlaubszeit gewarnt.
Gleichzeitig dürfte die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose erneut senken. IW-Ökonom Michael Grömling sagt, Deutschland bewege sich seit Jahren von einem wirtschaftlichen Schock zum nächsten, während zwischenzeitliche Erholungssignale wieder verschwinden.
Besonders deutlich zeigt sich die Belastung laut dem Text bei den Reallöhnen. Inflationsbereinigt liegen die Arbeitslöhne unter dem Niveau von 2019, womit sich Beschäftigte heute weniger leisten können als vor sieben Jahren. Bert Rürup sagt im Handelsblatt, das verbreitete Gefühl vieler Bürger, ärmer geworden zu sein, sei damit begründet.
Reformdebatte rückt Arbeitsmarkt und Bürokratie in den Fokus
Am Arbeitsmarkt sind die Folgen bislang weniger stark als in der Schwächephase Anfang der 2000er Jahre, doch die Lage verschlechtert sich. Die Zahl der Arbeitslosen liegt laut dem Text aktuell bei rund 3 Millionen und damit auf dem höchsten Stand seit zwölf Jahren.Nach einer aktuellen IW-Studie will zudem jede dritte Firma in Deutschland noch in diesem Jahr Stellen abbauen. Gleichzeitig wächst der öffentliche Sektor weiter, wodurch neue Arbeitsplätze nach Darstellung des Berichts vor allem dort entstehen, wo sie aus Steuermitteln finanziert werden.
Grömling plädiert als Gegenmaßnahme für eine stärkere Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und verweist auf die Agenda-2010-Reformen unter dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Zusätzlich fordert er einen deutlichen Abbau bürokratischer Vorgaben, weil Unternehmen nach seiner Einschätzung viele Beschäftigte allein für die Erfüllung staatlicher Auflagen einsetzen müssen.
Aus seiner Sicht schmälert dieser Verwaltungsaufwand die Gewinne der Firmen und treibt zugleich die Preise für Kunden nach oben. Das verschlechtert nach seiner Einschätzung die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland weiter.
In unserem früheren Bericht über die IW-Studie zu geplanten Stellenstreichungen in Deutschland haben wir gezeigt, dass fast jedes dritte Unternehmen für 2024 einen Jobabbau erwartet – besonders ausgeprägt in der Industrie – und zugleich viele Firmen mit sinkender Produktion rechnen. Als zentralen Belastungsfaktor nannte das Institut die geopolitische Eskalation im Nahen Osten und die Sperrung der Straße von Hormus, die Energie- und Transportkosten treibt und Lieferketten sowie Exportaussichten unter Druck setzt.
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