FDP stößt Flat Tax ab 30.000 Euro Jahreseinkommen an

FDP stößt Flat Tax ab 30.000 Euro Jahreseinkommen an
FDP plant Flat Tax Vorschlag

Mitten in der Debatte über die für 2027 angekündigte Steuerreform rückt die FDP Steuerentlastungen erneut ins Zentrum ihrer Wirtschaftspolitik. Parteivize Henning Höne schlägt vor, die Einkommensteuer erst ab einem Bruttojahreseinkommen von 30.000 Euro zu erheben und den bisherigen progressiven Tarif durch einen Einheitssatz zu ersetzen.

Höhepunkte

  • Die FDP schlägt eine Flat Tax ab 30.000 Euro Jahreseinkommen vor, unterhalb dieser Schwelle bliebe das Einkommen steuerfrei.
  • Zur Gegenfinanzierung sollen laut Vorschlag steuerliche Vergünstigungen wie Pendlerpauschale und Werbungskostenpauschale abgeschafft werden.
  • Bei einem Steuersatz von 35 Prozent könnten Arbeitnehmer laut Bund der Steuerzahler um bis zu 2.000 Euro monatlich entlastet werden, der Staat verlöre jedoch rund 150 Milliarden Euro an Steuereinnahmen.

Steuerkonzept vor den Koalitionsberatungen

Wie BILD berichtet, wirbt Höne für ein Modell mit nur noch einem Steuersatz, der erst oberhalb von 30.000 Euro brutto pro Jahr greifen soll. Einkommen unter dieser Schwelle blieben damit steuerfrei, während auf Verdienste darüber ein einheitlicher Satz erhoben würde.

Der bisherige Grundfreibetrag liegt laut den im Text genannten Angaben bei 12.348 Euro im Jahr. Wie hoch der von Höne vorgeschlagene Flat-Tax-Satz konkret ausfallen soll, bleibt offen.

Im Gegenzug will der FDP-Politiker Steuervergünstigungen wie die Pendlerpauschale und die Werbungskostenpauschale abschaffen. Er begründet den Vorstoß mit dem Ziel eines einfachen, niedrigen und aus seiner Sicht gerechteren Steuersystems.

Entlastungschancen und Einnahmerisiken

Der Vorstoß fällt in eine politisch sensible Phase, da die Spitzen der schwarz-roten Koalition an diesem Wochenende im Kanzleramt zusammenkommen. Dabei geht es auch um die angekündigte Steuerreform für 2027, in deren Umfeld der FDP-Vorschlag zusätzlichen Druck in die finanzpolitische Debatte bringt.

Nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler könnten Arbeitnehmer durch eine Flat Tax um bis zu 2.000 Euro pro Monat entlastet werden. Zugleich würden dem Staat bei einem Einheitssatz von 35 Prozent laut dem Verband rund 150 Milliarden Euro an Steuereinnahmen entgehen.

Verbandspräsident Reiner Holznagel mahnt laut den zitierten Aussagen realistische Steuerpläne an. Für kleine und mittlere Einkommen sei neben der Einkommensteuer auch die Entlastung bei Sozialbeiträgen für Rente und Gesundheit von zentraler Bedeutung.

Die Haushaltspläne der Bundesregierung für 2027 standen in unserem früheren Beitrag im Fokus: Zur Schließung einer Finanzierungslücke sind Steuererhöhungen – etwa bei der Alkoholsteuer – sowie Kürzungen bei Sozialleistungen und Subventionen vorgesehen. Der Entwurf verdeutlichte, dass die Konsolidierung sowohl über höhere Abgaben als auch über geringere staatliche Leistungen erfolgen könnte und damit für private Haushalte zusätzliche Belastungen in mehreren Bereichen drohen.

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